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(Varianten: Tao-te-ching, Tao-te-king, Daudesching)
Das „DàoDéJing” ist die Gründungsschrift des Daoismus. Es ist das wichtigste Werk des chinesischen Philosophen Laozi, welches ungefähr im 4. / 3. Jh. v.u.Z. entstand.

Von allen daoistischen Schulen wird es als kanonischer, heiliger Text angesehen.
Bis 1973 bekannt als „DàoDéJing” fand man bei Ausgrabungen die bis jetzt ursprünglichste Version des Buches. Korrekt müsste der Titel „DéDàoJing” heißen, denn das Dào kann der Mensch erst erreichen, wenn er vollständig alle 5 Dé in sich verwirklicht hat. Die 5 Dé sind: Wohlwollen, Sittlichkeit, Vertrauen / Glauben, Rechtschaffenheit und Weisheit. Das Wirken des Dào bringt die Schöpfung hervor, indem es die Zweiheit von Yin und Yang, Licht und Schatten, hervorbringt, aus deren Wandlungen und Wechselspielen dann die Welt hervorgeht. Jing heißt im Übertragenden „Leitfaden bzw. klassische Textsammlung“.
Manchmal wird das Buch auch als „Laozi“ betitelt – entsprechend seinem Verfasser. In seiner heutigen Form besteht es aus zwei Teilen mit 81 Kapiteln. Der erste Teil handelt vom Dào – der zweite Teil vom Dé. Es ist eine Sammlung von Aphorismen, Lehrweisheiten, Spruchkapiteln, die laut rezitiert, zu eigener Interpretation und Reflexion über das Leben insgesamt anregen sowie innere Weisheit und Frieden im Menschen bewirken können.
Laozi wollte nicht – wie bisher vermutet – die Welt nur beschreiben, sondern hinterließ den Menschen mit seinem Werk eine Anleitung, um zum Ursprung zurückzufinden. Es ist in dem Sinne eine praktische Anleitung, um den „Kultivierungsweg“ zu beschreiten und selbst für körperliche und seelisch-geistige Gesundheit zu sorgen. Dieser Weg steht im vollkommenen Einklang mit dem Grundanliegen jeglicher Religion (lat. „religio“= zurück zum Ursprung, die Rückverbindung zum Mutter-Vater-Urquell).
Der „Kultivierungsweg“ führt uns an eine innere Methode heran, die die Prinzipien von körperlich-geistiger Hygiene umfasst. Der Lebensweise eines kultivierenden Menschen ist ganz und gar durchdrungen von diesen körperlich-geistigen Prinzipien. Eine zentrale Stellung bei dieser Kultivierung haben dabei bestimmte Bewegungs- und Atemübungen, angemessene Nahrungsaufnahme (vegetarisch), Meditationen, verfeinertes sozial-ethisches Verhalten im Alltagsleben, Pflege des Körpers und der seelisch-geistigen Feinsubstanzen, die den Menschen umgeben und durchdringen.
Dé = Tugend, Güte, Kraft, Leben
Das Schriftzeichen Dé setzt sich aus den Bildelementen für „Wegkreuzung, Auge, Herz, Geist“ zusammen. Es ist die „innere Wirkkraft des Menschen“. Innerhalb des Daoismus wird der Begriff Dé eng mit dem Begriff des Dào verknüpft. Dé bezieht sich hier auf das Dào im Einzelmenschen. Dé ist somit die Manifestation des Dào im Individuum. Dé ist demnach die rechte Gesinnung, die rechte Lebensführung, die intuitive Erkenntnis mit dem Dào EINS zu sein. Folgt also der Mensch seiner wahren inneren Wirkkraft, d.h., in ihrer ursprünglichen Natur, folgt er somit dem natürlichen kosmischen Prozess des Dào. Erst als die Menschen durch negative Einflüsse von dem Ausleben ihrer eigentlichen inneren Wirkkraft Dé abwichen, da verloren sie das „Paradies“ – sie fingen an zu rennen und zu stolpern in ihrer Suche nach Erkenntnis und begannen den Zwist in ihrer Jagd nach Gewinn, bis es kein Halten im ethisch-moralischen Degenerationsprozess mehr gab.
Dào = Weg, Prinzip, Sinn
Das Schriftzeichen setzt sich in seiner heutigen Form aus den Bildelementen „Fuß“ und „Kopf“ zusammen. In älteren Varianten taucht das Element „Weg“, „Wegkreuzung“ auf. Es ist also der Weg, den jeder von uns zu gehen hat. Die menschliche Erfahrung aus vielen Jahrtausenden zeigt, dass ein funktionierender Weg, eine funktionierende Verbindung die Basis für die menschliche Existenz ist. Im Rahmen einer philosophischen Betrachtung steht „Weg“ für ein Prinzip kosmischer Ordnungsstruktur. Dào ist somit ein bildhaftes Symbol für eine im gesamten Universum gewebte Struktur von miteinander verbundenen Wegen, die der Mensch erkennen soll, um letztendlich darüber Bewusstheit zu erlangen, dass alles EINS ist.
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